Von Chacker|Januar 24, 2017|Island|0 Kommentare

Am Morgen weckten uns die wunderbar tief grollenden V8 Motoren der Pickups und Superjeeps, die hier von den Isländern gern gefahren werden. Bei einem ausführlichen Frühstück gingen wir den Tagesplan durch. Seljalandsfoss, Skogarfoss, eine Wanderung zu einem Gletscher, Dyholaey und Vik i Myrdal Das hörte sich nach einem spannendem Programm an und war es es auch.

Der Süden Islands zeigte sich auf der Fahrt zum Seljalandsfoss von seiner besten Seite, saftig grüne Ebenen auf denen wie auf den kitschigen Bildern die Islandpferde weiden. Also immer mal wieder anhalten und kitschige Fotos davon machen. Das bot sich einfach zu sehr an. Gekrönt wurde die Fahrt mit dem Ausblick auf die drei Mächtigen, quasi die drei Mount Dooms in einer Reihe. Alles drei vergletscherte Vulkane, die allesamt regelmäßig aktiv sind. Die Hekla, der Tindfjallajökull und der spätestens seit 2010 sehr bekannte Eyjafjallajökull. Eine wirklich beeindruckende Skyline an Vulkanen.

Quasi am Fuße des Eyafjallajökull (ja mittlerweile kann ich das sogar aussprechen) liegt der Seljalandsfoss. Ein bildhübscher, 60 Meter hoher Wasserfall, hinter dem man entlanggehen kann. Natürlich taten wir das auch. Es war noch früher Morgen und es waren noch keine Bustouren vor Ort und so hatten wir den Wasserfall fast für uns allein. Aus Übermut stiefelte ich durch eisigen Schlamm direkt an den kleinen Teich unterhalb des Wasserfalls und erlebte seine Kraft aus erster Hand. Dort unten tobte durch die vom Wasser mitgerissenen Luftmassen ein regelrechter Regensturm, der mich fast von den Beinen holte und innerhalb einer einzigen Sekunde voll und ganz durchnässte. Meiner wasserdichten Jacke sei dank, blieb wenigstens der Oberkörper trocken. Doch auch hinter dem Seljalandsfoss ging es recht feucht zu und wir mussten sehr auf unsere Schritte achten. Zum Trocknen spazierten wir anschließend noch eine kleine Weile herum und waren froh, vernünftige schnelltrocknende Outdoorkleidung zu tragen. Mit einer Jeans und normaler Jacke wäre der Tag wohl gelaufen gewesen bzw. sehr feuchtkalt für den restlichen Tag.

Nächster Stop war der Skogarfoss. Wie auch immer Island das machte, ein jeder Wasserfall war beeindruckender als der vorherige. So auch der Skogarfoss. Ganze 60 Meter stürzt er auf gut 30 Meter Breite in die Tiefe und sieht dabei einfach gewaltig aus. An diesem Morgen wurde irgendein Film dort gedreht und so war der direkte Zugang zum Wasserfall leider abgesperrt. Es war aber interessant zu sehen wie solche Dreharbeiten ablaufen. Wir ließen uns nicht aber lumpen und stiegen dann eben die gefühlt 1000 Treppenstufen nach oben und wanderten ein Stück weit am Fluss Skogar (welch Überraschung) entlang.

Wieder unten angelangt hatten wir dann langsam Hunger und fuhren uns mit Keksen und Chips über Wasser haltend die gute halbe Stunde nach Vik i Myrdal. Dort gibt es eine Tankstelle mit Imbiss und einen Werksverkauf von Icelandwear. Ich konnte nicht widerstehen und habe einen wunderbaren handgestrickten Pulli mitgenommen. Tolles Ding. Der schwarze Sandstrand von Vik lud so richtig zum Verdauungsspaziergang ein und wir genossen dabei die Meeresbriese.

Auf dem Rückweg ging es dann zum Dyrholaey, einem gewaltigen Felsentor an der Küste. Man fährt dazu einen gut 100 Meter hohen Felsen hinauf. Der Ausblick überwältigte mich mal so richtig. Die schier endlose Schwemmebene, die Gletschervulkane im Hintergrund und der Nordatlantik mit schwarzem Sandstrand waren ein schier unglaublicher Anblick. Wir stiegen sogar auf das Felsentor hoch über dem Meer und in diesem Moment war es für ich der schönste Ort der Welt. Was machte diese Insel bloß mit mir?

So richtig vom Seewind durchgepustet hatten wir immer noch nicht genug vom Tag und wanderten auf halben Wege zum Skogarfoss noch ein kurzes Stück zu einer Gletscherzunge des Myrdalsjökull. Etwas unheimlich war es schon so direkt vor der Stirnkante dieses Eisriesen zu stehen, waren doch auch immer wieder laute knackende Geräusche zu hören. In einiger Entfernung konnten wir sogar einige Teilnehmer ein Gletschertour ausmachen, die wie winzige Insekten auf dem eisigen Riesen gingen. Da war es wieder, dieses Entdeckergefühl. Dieses „hinter den nächsten Hügel schauen wollen“. Einmalig.

Im wunderschönen Licht des Abends leuchteten der Skogarfoss und der Seljalandsfoss auf der Rückfahrt nach Fludir so wunderbar golden, dass wir uns beide nochmal in aller Ruhe anschauten. Ich kann jedem nur empfehlen die beiden im weichen Abendlicht zu besuchen. Dieser schöne Tag ging dann in Fludir zu Ende.

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