Von Chacker|Februar 8, 2017|Film|0 Kommentare

Auf der Suche nach einem günstigen Diafilm kommt man am Agfa CT Precisa eigentlich garnicht herum. Mit ca. 6,- Euro pro 36er Filmrolle kommt man recht günstig weg und man hat einen, laut meinen Recherchen, recht farbneutralen, feinkörnig scharfen Farbdiafilm. Auf einigen Seiten konnte ich das Gerücht aufschnappen, dass der Precisa wohl eigentlich ein umgelabelter Fuji Provia ist. Sei’s drum, der Preis war heiß!

Für den ersten Einsatz wählte ich mutig (oder auch dumm) die Aufgabe als optisches Erinnerungsarchiv meiner dritten Islandreise im Sommer 2016. Wusste ich ja bereits was im Groben auf Kamera, Film und mich zukam. Belichtet werden sollte der Precisa mit der Praktica MTL5B, die mich schon mit Kodak Portra 400 hat überzeugen können. Ich hatte eine 10er Packung bestellt und somit ganze 360 Aufnahmen zur Verfügung, von denen ich allerdings nur ca. 170 benötigte.
Belichtet habe ich nach dem Belichtungsspielraum von -3 bis +2 Blenden und dabei versucht, das Hauptobjekt auf der 0 zu halten. Das bedeutet natürlich, dass so ganz ohne Einsatz von ND-Verlaufsfiltern der Himmel öfter mal ausgebrannt und/oder die dunklen Schatten abgesoffen sind. Das ist scheinbar der Preis für Filmpositive, aber das Bedauern darüber hält sich bei mir in Grenzen. Schließlich sollte dieser Einsatz als Test dienen und auch „nur“ die Reise Fotodokumentieren.

Die Ergebnisse sprechen für sich. Auf Leinwand projeziert sind Dias nicht zu schlagen und das gilt auch für den Agfa Precisa 100. Sofern die Belichtung und Fokussierung auch nur halbwegs sitzt geht vor dem Digitalfotos gewöhnten Betrachter ein regelrechtes Feuerwerk an Auflösung, Dynamik und Farben ab.
Der Precisa erscheint hier erstaunlich farbneutral und schafft es, die Farben trotzdem sehr knackig wiederzugeben. Tiefe Blautöne und helles Grün sind auf dem Precisa einfach wunderbar. Besonders im Kontrast der Farben untereinander kann er glänzen. Dunkle Stellen im Foto enthalten in der Projektion erstaunlich viele Details und auch in den Lichtern ist trotz Überbelichtung oft noch ausreichend Zeichnung vorhanden. Der Kontrast in der Projektion ist enorm und für meine Augen sehr ungewohnt, jedoch ohne unangenehm zu wirken.

Scannen von Film ist ja ein Sache für sich und hier kann ich mangels Erfahrung wenig Gesichertes beitragen. Bei mit kam der Reflecta RPS10M unter Vuescan zum Einsatz und sollte das Potential im üblichen 35mm Bereich abbilden und einfangen können. Spezialfilme wie Dokumentenfilm möchte ich hier mal ausschließen.
Der Agfa Precisa 100 scannt sich relativ unkompliziert solange er nicht zu dicht ist. Sehr dunkle (dichte) Bereiche werden mit einem roten Farbstich wiedergegeben, von dem ich noch nicht weiß, wie er zustande kommt. Dieser Farbstich kann jedoch im anschließenden digitalen Prozess meist problemlos entfernt werden. Bei guter Fokussierung des Fotos ist der Precisascan sehr scharf und zeigt wie zu erwarten nur wenig unaufdringliches Korn.

Fazit:
Der Agfa Precisa 100 ist ein ausgewogener Farbdiafilm der sich auch noch gut scannen lässt. Ich muss besser belichten lernen und Scannen + anschließender Nachbearbeitung will wirklich gelernt sein. Ich brauch mehr Diamagazine!

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